Geburtstagspreis

28. Oktober 2008

Amazingblogaward

Amazingblogaward

Noch nicht ganz einen Monat ist mein Blog nunmehr am Netz, und schon wird er zum ersten Mal ausgezeichnet. Der nebenstehende Publikumspreis „Uber Amazing Blog Award“ wurde ihm gestern auf Vorschlag von NM verliehen.

In den Erläuterungen des Stifters ist der Preis wie folgt charakterisiert:

Der Uber* Amazing Blog Award ist ein Blog Award für Websites, die

~ Dich inspirieren

~ Dich zum Lächeln und Lachen bringen

~ oder vielleicht erstaunliche Informationen vermitteln

~ sich gut lesen

~ ein tolles Design haben

~ oder die Du aus anderen Gründen uber amazing findest!

* ‚uber‘ ist ein Synonym für ’super‘


Mit großer Freude nehme ich diesen Preis heute entgegen, da er gerade rechtzeitig zu meinem Geburtstag eintrifft. Ich bedanke mich bei Chris für das damit verbundene Lob.

Da ich diese Seite erst seit kurzer Zeit betreibe und erst wenig Überblick über andere Blogs habe, da außerdem mehrere der von mir geschätzten und regelmäßig besuchten Blogger bereits zu den Preisträgern gehören, ist mein einziger Vorschlag derzeit:

Marina

Grund ist ihre attraktive Verbindung von psychologischem Fachwissen, anregenden Gedanken zu Lyrik, Theater und Musik sowie nicht zuletzt ihrer fruchtbaren Kreativität als Illustratorin im Fantasy-Bereich, die ihrem Blog seine besondere Note verleiht.

Weitere Nominierungen behalte ich mir für die Zukunft vor.

young@heart

26. Oktober 2008

„Im Herzen jung“, das ist der Name eines wunderbaren Films, den ich in vergangenen Woche im Kino gesehen habe und als eine große Bereicherung ansehe. Ja, ich möchte ihn in eine Reihe stellen mit „Rhythm is it“, „Wie im Himmel“, „Die Kinder des M. Mathieu“ und anderen berührenden Musikfilmen, welche den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Vitalität, Gemeinsinn, Lebensfreude und dem Musizieren in der Gruppe vor Augen führen.

Das Besondere an diesem Film ist die Tatsache, daß es hier um einen amerikanischen Chor geht, dessen Mitglieder durchschnittlich 80 Jahre alt sind – und der nicht etwa Volkslieder oder Messvertonungen singt, sondern Pop, Rock und Punk, und zwar mit Begeisterung. Dabei sind es keineswegs ausgeflippte Modesenioren, die ihr Altsein leugnen würden: Sie sind sich ihres körperlichen Verfalls durchaus bewußt, sie leben mit ihren eigenen Einschränkungen, witzeln gar darüber, nehmen aber auch Rücksicht auf die Gebrechen ihrer Kameraden.  Fragt man einzelne Chormitglieder nach ihrer bevorzugten Musik, dann erklären sie sich meist für klassische Musik. Aber ungeachtet all dessen schafft es der hochengagierte Chorleiter immer wieder, seine Sängerinnen und Sänger von Ungewohntem und Schwierigem zu begeistern, etwa von „Yes, I can can“ oder „Schizophrenia“. Auch, wenn das Gedächtnis manchmal nicht so schnell hinterherkommt, die Stimme eines Solisten in der Probe nicht so recht ansprechen will oder zum zehnten Mal der Text verwechselt wird – der Chorleiter und seine Leute bleiben beharrlich an der Sache dran, und in der Hochspannung des öffentlichen Auftritts klappt dann alles wie am Schnürchen.

Wenn man an Hochbetagte denkt, erscheinen einem jungen Menschen wie mir oft Bilder aus einem Altersheim: abgemagerte, apathische Bettlägerige, die nur noch auf das Ende warten und inzwischen mit Kartoffelbrei und Medikamenten gefüttert werden. Ich habe diese Seite der Wirklichkeit gesehen, als ich ein Jahr lang in einem Altenpflegeheim gedient habe. Dieser Film zeigt die andere Seite, nämlich wie gut es den Vitalkräften tut, wenn sie bis zuletzt gefordert werden. Der Leiter von „young@heart“ besitzt zwar eine Engelsgeduld und viel Verständnis für die Schwächen seiner Schützlinge, aber er arbeitet mit einem hohen Qualitätsanspruch und weiß den Chor auch entsprechend zu reizen, wenn mehr Leistung nötig ist. Die Chorsänger wiederum kennen ihn ja und haben auch genug Lebenserfahrung, um es richtig einzuordnen, wenn sie nach dem zwölften Texthänger mal etwas rauher angesprochen werden. Alle Beteiligten sind dabei ehrlich zueinander, was die Kommunikation unglaublich frei macht. Letztlich geht es allen um die gemeinsame Sache und darum, ihre eigene Begeisterung für das Singen auf die Besucher ihrer Konzerte zu übertragen.

Selbst traurige Ereignisse, die aber nun einmal zum Leben dazugehören, wie etwa der Tod von Mitsängern können sie davon nicht abhalten. Dies geschieht in diesem Film zweimal, und in beiden Fällen trifft es Menschen, die dem Zuschauer vorher durch besondere Begabungen und ihren Wert für die Gemeinschaft aufgefallen sind. Der Chor betrauert seine verlorenen Mitglieder offen, und es läßt sich erahnen, daß hinter manchem bekümmerten Blick auch der Gedanke steht: Wann bin ich selbst an der Reihe? Das Konzert wird trotzdem in aller beherzten Professionalität durchgezogen, die Toten ehrt man durch eine Ansage an das Publikum, und der inspirierte Vortrag von Songs mit passendem Text untermalt den Abschied von den alten Freunden stimmig.

Wer sich ein Bild von den Fähigkeiten dieser hochaktiven Senioren machen möchte, kann auf youtube unter „young@heart“ mehrere Musikvideos finden, die zwischen die dokumentarischen Teile des Films eingeschaltet sind. Sie sind sowohl in der gesanglichen Qualität als auch in der filmischen Umsetzung mehr als überzeugend.

Der Gedanke, den ich für mich aus diesem Film mitgenommen habe, ist tröstlich: Ich darf irgendwann alt sein. Ich darf schwach werden. Ich darf versagen.  All das läßt mein Potential, meinen Wert als Mitmensch, meine Würde unberührt. Ich habe grundsätzlich die Freiheit und die Chance, bis zum Ende wach und aktiv zu bleiben, wenn ich mich selbst niemals aufgebe, sondern Dinge tue, die meine Kräfte fordern und mir Lebensfreude schenken.

Jetzt verstehe ich auch den Erfolg der Senioren-Gruppenkurse, in denen ich seit letzter Woche als Co-Leiter angelernt werde. Diese alten Menschen haben zum Teil jahrzehntelang in Chören gesungen, der Gesang ist Teil ihrer Identität geworden, und die Chorgemeinschaft trägt sie seelisch mit. Plötzlich will die Stimme nicht mehr mitmachen, Verspannungen und fehlende Atemtechnik machen sich bemerkbar – die Chormitgliedschaft steht in Frage. Doch wie glücklich sind die Gesichter unserer Teilnehmer, wenn die klaren, körperorientierten Übungen unserer Chefin in der ganzen Gruppe die geraden Bauchmuskel aktivieren, die Kiefer lösen, die Konsonanten elastisch machen – nicht nur ist das klangliche Ergebnis um ein Vielfaches überzeugender, der singende Mensch fühlt seinen eigenen Körper auf diese Weise viel intensiver und erfährt seinen Gesang als etwas Elementares, das ihn mit seinen noch keineswegs verbrauchten Lebenskräften in Kontakt bringt.

Das Leben folgt keinen Klischees, es folgt den Gesetzen der Natur. Lebe, dann bleibst Du lebendig. Das sind für mich nun keine leeren Worte mehr, sondern eine lebendige Lehre, und auch der Film young@heart hat hierzu, genau zum richtigen Zeitpunkt, beigetragen.

Die Wonnen der Wissenschaft

19. Oktober 2008

Das schönste Erlebnis dieser Woche war für mich das Erscheinen eines längeren Berichts über ein Seminar in Schweden, das ich im Sommer besucht hatte. Nicht nur freute ich mich darüber, daß mein Artikel nun tatsächlich gedruckt wurde (ich hatte viel Arbeit in diese neun Seiten investiert); Ich genoß auch die Erinnerung an diese wunderbare Woche in Särmland.

Wir waren etwas über 20 Teilnehmer aus aller Welt, die meisten Europäer, aber auch eine Japanerin und ein US-Amerikaner. Unter der Leitung eines weltberühmten schwedischen Stimmforschers und eines deutschen Phoniaters betrachteten wir eine Woche lang die Singstimme aus allen möglichen Perspektiven.

Physiologisch nahmen wir sie mit den verschiedensten Geräten, Diagrammen und Begrifflichkeiten auseinander. Atmung, Tonerzeugung, Klangformung, Sprache, jeweils die wichtigen Muskeln, Räume, Bewegungen wurden klar benannt und in ihrer Funktion analysiert. Das Ergebnis, die menschliche Stimme, wurde aufgezeichnet, elektronisch verändert, mit Computertechnik synthetisiert. Es wurden aus Hartplastik Modelle von Rachen und Mundhöhle gebaut und die Vokalfarben verglichen; wir sangen in spezielle Mikrophone und schlossen aus den Veränderungen des Luftstroms auf die Bewegung der Muskeln im Kehlkopf; wir ließen uns kleine Kameras durch die Nase einführen und beobachteten die Stimmlippen in unseren eigenen Kehlen von oben bei der Erzeugung von Gesangstönen.

Auch an den Raum und die Schallwellen hatten die Kursplaner gedacht: Wie entstehen Klanglöcher in einem Konzertraum? Welche Auswirkungen haben schwere Vorhänge auf den Klang der Stimme in den Ohren der Hörer? Wie klingen wir direkt vor, neben und hinter unserem Kopf (und warum drehen sich Schauspieler und Sänger ohne Mikrophon so ungern vom Publikum weg?…) Das sind schon Fragen, die absolut relevant für die sängerische Praxis sind. Auch besondere Effekte des Chorgesangs auf die eigene Wahrnehmung wurden erörtert, die ja auf eine breite Basis von Laiensängern einwirken. Und alle anwesenden Sänger schrieben sehr aufmerksam mit, als unser Stimmarzt von den Lebensphasen und der klugen Behandlung der eigenen Stimme unter medizinischem Aspekt sprach.

Wir sangen aber auch selbst: Opernarien, Chorsätze, Soul- und Pop-Übungen, Kabarett und schwedische Folklore waren in dieser Woche zu hören. Es war einfach ein grandioses Programm, das in einer Formel aus dem letzten Vortrag gipfelte:

Die menschliche Stimme ist, in ihrer Funktion und ihrem Gebrauch, eine derart komplexe Erscheinung, daß keine Untersuchungsmethode, kein Modell und keine Lehre sie vollständig zu erfassen vermag. Sie ist einfach so stark mit der Vitalität des Menschen, seinem Körper und seinem sozialen Umfeld verbunden, daß jede mögliche Perspektive auf sie nur einen begrenzten Ausschnitt des ganzen Phänomens zeigt. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, alle diese Modelle und Betrachtungsweisen zu studieren und zu kennen, denn in ihrer Summe ergeben sie durchaus ein dreidimensionales Bild, das sich der Realität spürbar annähert. Auf dieser Grundlage kann man kompetente wissenschaftliche, therapeutische und gesangspädagogische Entscheidungen treffen.

Abgesehen von der großen Inspiration, die für alle Teilnehmer von der Fülle der aktuellen Erkenntnisse und ihrer Verknüpfung ausging, war die Umgebung einfach sehr menschenfreundlich. Anders hätten wir das sehr dicht durchgeplante Wochenprogramm auch gar nicht überstanden… Wir verbrachten die Zeit in einem abgelegenen schwedischen Landhaus, ganz traditionell mit dunkelroten Brettern und weißen Rahmen. Die Gastgeber waren unheimlich zugewandt, nach schwedischer Sitte duzten alle einander, nicht einmal der berühmte Professor nahm sich aus. Und das Essen war nicht nur reichlich und nahrhaft, sondern auch überaus wohlschmeckend. So macht Wissenschaft Freude, so sind Seele und Geist auch geöffnet für neue Gedanken und Meinungen und gestärkt genug, innerhalb einer Woche das ganze Spektrum der Stimmwissenschaft zu durchreisen.

Ich bin so dankbar, daß ich das erleben durfte!

Natürlich habe ich die Publikation gleich bei der VG Wort gemeldet und darf mich auf die Ausschüttung der Tantiemen für die Kopierrechte nächstes Jahr freuen. Dieses Mal hatte es für die Veröffentlichungen 2007 runde 50,00 EUR gegeben – mithin einen Kinobesuch mit Abendessen zu zweit. Auch solche Wonnen kann die Wissenschaft spenden…

Fauler Sonntag

12. Oktober 2008

Nach dem Trubel der letzten Tage habe ich heute einmal wieder lange geschlafen, bis 10:00 Uhr Vormittags. Auch nach der Morgentoilette verspürte ich das Bedürfnis, die Dinge heute etwas ruhiger anzugehen, dementsprechend habe ich heute nicht viel geleistet. Die Reisekosten für den Schwedentrip abrechnen, meine Vortragsnotizen von der gestrigen Fachtagung ins Reine schreiben und wegheften, ein langes Telephonat mit einem befreundeten Gesangswissenschaftler, ein paar E-Mails an die Mitautoren meiner Lyrik-Anthologie – viel mehr war nicht drin.

Ach ja, das Schönste fehlt noch: die ersten Schritte auf dem Weg zu meinem Zweitbuch „Jugendblütenlese“. Es war ja schon die Rede davon. Nun habe ich wirklich die ersten Rahmenparameter festgelegt und die Gedichte selbst ins Layout eingefügt. Das ging relativ geschmeidig vonstatten. Die eigentliche Arbeit wird noch sein, die vielen einzelnen Bemerkungen zu den Texten in Kommentarartikel auszuschreiben. Dafür steht mir die nächste Woche zur Verfügung.

Während ich also meine Arbeit an diesem Buch aufnahm, fiel mir ein Pentaptychon ins Auge, das selbst einen passenden Kommentar zu dem Leben darstellt, das ich gerade führe. Sein Thema ist die Vergänglichkeit, und es hat mich einen Moment lang nachdenklich gemacht. Aber dann beruhigte ich mich darüber, daß ich meine Arbeitsleistung ja gar nicht für die Ewigkeit erbringe, sondern weil es mir gegenwärtig Freude macht. Nun, wie auch immer, hier ist es:

~

Strandbetrachtung

Ebbe ist’s, und eben liegt der Strand
Vor dem gesunden Auge da.
Tausend Tritte sind zu sehn im Sand,
Die vormals blind es übersah.

Deren zwei sich gänzlich gleichen
Nicht in Tiefe, Form noch Größe.
Jeder prägt den Grund, den weichen,
Sei’s im Laufen oder Schleichen,
Sei’s mit Schuhwerk oder Blöße.

Meine Stiefel stapfen auch durch’s Grau,
Da ich nun dieses schreibe auf.
Doch wozu geschieht’s? Ich weiß genau,
Bestehn wird nichts im Weltenlauf.

Das Geschriebne wird man streichen,
Es ist gleich, wie wahr ich’s wüßte.
Nichts kann Ewigkeit erreichen,
Denn das Leben wächst aus Leichen –
Wellen brechen an der Küste.

An den Ufern selber nagt die Flut,
Deckt alle Menschenspuren zu.
Keine Flucht gibt’s vor Gezeitenwut:
Bedeckt sind bald auch ich – und du.

~

Vom Zweck einer Fachtagung

11. Oktober 2008

Warum steht man als erwachsener, geistig gesunder Mensch, gerade von einer anstrengenden Reise heimgekehrt, morgens um 5:00 Uhr auf und fährt gleich zur nächsten Veranstaltung quer durch Norddeutschland? Nun, dafür gibt es mehrere vernünftige Gründe.

Zum ersten ist ein Fachkongress natürlich eine Quelle des Wissens. Gerade als Student gibt es noch viel Inhaltliches zu lernen. Und die Tagung, die ich heute besucht habe, bot von allem etwas: ein wissenschaftlich fundiertes Konzept für die Unterrichtspraxis (das vor Ort auch gleich an uns Teilnehmern ausprobiert wurde – singen macht wach!), die Vorstellung einer statistischen Studie über Stimmentwicklung (Gold für jemanden, der u.a. auch in einem großen Kinderchor unterrichtet), einen Vortrag aus einem angrenzenden Fachgebiet (um die Interdisziplinarität zu garantieren und das eigene Fach im größeren Zusammenhang einzuordnen) und schließlich eine Präsentation aus dem unerschöpflichen Schatz der Weltmusik, der auch innerhalb des Faches den Horizont erweitert.

Vom konkreten Inhaltlichen abgesehen ist es für einen Studenten, der später einmal selbst Vorträge halten und Seminare leiten will, von großem Wert, Vorbilder in Augenschein zu nehmen. Wissenschaftliche Standards, die geeignete Sprache für mündliche Ausführungen, Details des Auftretens sind nicht wirklich aus Lehrbüchern zu lernen, dafür braucht man gute und schlechte Beispiele. Es ist nicht gut, ebenso schnell zu sprechen wie man als wissenschaftlicher Kopf denkt. Es ist nicht gut, mit den Teilnehmern zu reden, während ein Demonstrationsvideoclip mit Musik und Sprecherkommentaren läuft – denn in diesem Fall nehmen die Zuhörer weder die Informationen aus dem Film noch die Einwürfe des Vortragenden auf. Es ist in dem Falle, daß zwei Referenten gemeinsam auftreten, vorteilhaft, wenn sie ihre Kleidung und mehr noch die Übergänge zwischen den Einzelbeiträgen sorgfältig abgestimmt haben. Das alles mag banal klingen und auch häufig in irgendwelchen Ratgebern stehen – in diesen Punkten kommt es doch immer wieder zu Unzulänglichkeiten, weil die Wissenschaftler andere Dinge im Kopf bewegen…

Zum dritten ist es eine gute Sache, Kollegen zu treffen, Hände zu schütteln, E-Mail-Adressen auszutauschen. Nicht nur die Arbeit eines Berufsverbandes profitiert von Vernetzungen unter engagierten Mitgliedern und der Weitergabe von Veranstaltungsterminen und organisatorischer Erfahrung: Auch persönlich empfinde ich es als eine große Bereicherung, mit eben solchen Menschen in Kontakt zu treten, die a. den Beruf ergriffen haben, den ich gerade lerne, und b. zu derartigen Veranstaltungen kommen. Es sind nämlich oft überdurchschnittlich aktive, informierte und erlebnisoffene Zeitgenossen, deren Gespräche äußerst anregend wirken.

So ging ich denn abends mit einem neuen Bekannten und einer alten Freundin, die vor Ort lebt, lecker italienisch essen und hatte viel Spaß in dieser Runde. So wurde dieser Kongreßtag angenehm abgerundet.

So kann es weitergehen.

Veni, vidi, vici!

10. Oktober 2008

Jawohl, es ist geschehen:

Die Reise, die ich gestern antrat, hat sich gelohnt. Nach nur zwei halben Tagen in Stockholm bin ich jetzt in verantwortlicher Stellung im Vorstand der europäischen Dachorganisation eines ganz besonderen Berufsstandes.

Das mag nach trockener Sitzungsarbeit, überfüllten E-Mail-Fächern und Reisekostenabrechnungen klingen – und genauso ist es auch. Aber das ist nicht alles: Dieser Verband ist erst vier Jahre jung, er wurde im gleichen Monat gegründet, in dem ich mein einschlägiges Studium begonnen habe. Die Strukturen sind folglich noch nicht festgelegt, viele Aufgabenfelder noch gar nicht erschlossen, Beziehungen zu Vertretern in den europäischen Mitgliedsländern eben noch nicht verkrustet, sondern teilweise sogar noch aufzubauen. Es wartet dort kein Verwaltungstrott auf mich, sondern die Möglichkeit, die Arbeit des Teams kreativ mitzugestalten, auf Reisen und in Meetings engagierte und interessante Menschen mit den verschiedensten Lebensläufen kennenzulernen und – buchstäblich den Verband mit zu formen.

Das ist keineswegs übertrieben, denn ich bin der einzige im Vorstand, der deutscher Muttersprachler ist (abgesehen von einer Österreicherin, aber das zählt ja nur halb…), und der einzige, der außer den berufsspezifischen Kenntnissen auch eine juristische Ausbildung besitzt. Genau solche braucht der Verband jetzt. Die Satzung und die Vereinsordnungen sind zu überarbeiten und dabei viele Entscheidungen für die zukünftigen Verfahrensweisen zu treffen. EU-Fördermittel werden seit kurzer Zeit acquiriert, die bürokratischen Hürden sind jedoch für ehrenamtliche Vorständler, die von Beruf Künstler und Lehrer sind, unangenehm hoch. Auch stellt sich die Präsidentin für die Zeit nach der endgültigen Konsolidierung eine Ausweitung der fachlichen Aktivitäten vor: Seminare, Expertenforen, Online-Publikationen; und ich selber tendiere ja auch zur wissenschaftlichen Ausprägung des Berufsstandes. Der Verband und diese visionäre Vorsitzende können mich definitiv gut gebrauchen.

Nach dem erreichten Ziel will ich nun kurz den Weg hierher skizzieren.

Ich kam

gestern Abend gegen halb neun in Stockholm an. Fast vierzig Minuten wartete ich vergeblich auf meine Mitfahrgelegenheit – wie sich später herausstellte, hatte sie die letze E-Mail mit der Ankunftszeit und meiner Mobilnummer aus unerfindlichen Gründen nicht erhalten – und begab mich schließlich per Taxi in das Hotel. Da die Rezeption aber schon geschlossen hatte, mußte ich über mein Handy die an der Tür angeschriebene Telephonnummer anrufen und mir den Zugangscode durchgeben sowie mich durch in der Nachtbeleuchtung schummernde, unbekannte Flure und Treppenhäuser zum Konferenzraum lotsen lassen, wo ich auf die Kolleginnen und Kollegen aus dem amtierenden Vorstand traf.

Ich sah

viele freundlich zugewandte Gesichter: Die Präsidentin, aus Kanada stammend und in Deutschland tätig, die mich wohlwollend und fast ein bißchen erleichtert empfing; den französischen Beisitzer, einen riesigen, etwas unsicheren, aber grundsympathischen Baß; eine stille, bescheidene Polin; eine weltoffene Grande Dame aus Österreich; den Schriftführer aus der Schweiz, einen zart gebauten Mann, der jedermann gegenüber charmant auftritt; meinen guten Bekannten und Vorgänger im Amt, den zeitweise in Deutschland beheimateten Norweger; und schließlich den strengen Vizepräsidenten, der aus den Vereinigten Staaten stammte.

Natürlich war das, was ich gestern zu seiner Person schrieb, nicht ganz ernst gemeint, sondern als literarische Überzeichnung. Er ist ein kompetenter, sehr gewissenhafter und emsiger Arbeiter, dessen Beiträge zur Arbeit des Verbandes Respekt verdienen. Ich empfand sogar Verständnis für ihn, als es in der laufenden Besprechung zu unschönen Wortwechseln kam: Er äußerte seine Meinung zu der gerade anstehenden Frage, andere Teilnehmer redeten aber in ihren Reaktionen etwas an ihm vorbei. Nun ist auch das verständlich, da das Gespräch auf Deutsch stattfand, das keiner der Diskutanten als Muttersprache beherrschte. Er aber geriet sichtlich in Rage, als seine Argumente mißverstanden wurden, insistierte erst, zügelte sich dann aber, auch unter Zureden der Präsidentin, selbst. Ich konnte mich gut in ihn einfühlen, aus eigener Erfahrung.

Als es dann um die Vorbereitung der Mitgliederversammlung und meine anstehende Kandidatur ging, kamen erwartungsgemäß die bereits bekannten Einwände. Ich achtete sorgfältig darauf, mich ihm aufmerksam zuzuwenden, zahlreiche Verstärker zu geben und zu Beginn meiner Erwiderung seine Argumente zu paraphrasieren. Er nickte dabei zustimmend und schon entspannter. Dann erklärte ich ihm meine Sichtweise, belegte sie mit Satzung und Rechtsprechung und machte schließlich konkrete Lösungsvorschläge, die nach längerer Debatte auch vom Vorstand angenommen wurden. Der Vizepräsident und ich  wünschten uns sehr freundlich und kollegial eine gute Nacht.

Der Abend war für mich jedoch noch lange nicht vorbei, denn mein norwegischer Kamerad lud mich und die Präsidentin noch auf sein Zimmer zu einigen Pappbechern Wein ein. Wer hätte da ’nein‘ sagen können? Bis spät in die Nacht saßen wir zu dritt beisammen, diskutierten über Personal und Perspektiven des Verbandes, tauschten Biographisches aus und wurden durch den Rotwein immer lustiger.

Am nächsten Morgen (ohne Kater – guter Wein!) ging es dann um die Vorstellung bei den Delegierten der Mitgliederversammlung, die über meine Wahl letztlich entscheiden würden. Meine offizielle Vorstellung war erst spät am Vormittag terminiert, im Rahmen der Vorbesprechung für die Mitgliederversammlung. Aber bis dahin war die Frage über Ablehnung oder Annahme ja längst entschieden…

Die italienische Delegierte (aus Massachusetts gebürtig) und den humorvollen Iren, der den englischen Verband vertrat, unterhielt ich beim Frühstück. Anschließend winkte mich der Wahlleiter aus Deutschland zu seinem Tisch, um ein paar Probleme der alten (und fehlerhaften) Wahlordnung zu diskutieren. Den Letten und die zweite Engländerin lernte ich in der Kaffeepause kennen, eine Schweizer Delegierte (die auch für den Vorstand kandidierte) kam dann zu Beginn der Vorbesprechung zu mir und stellte sich vor. Mit Zuversicht gab ich also, als die Präsidentin mir an geeigneter Stelle das Wort erteilte, meine Vorstellungsrede zu Gehör (ich hatte mich zwischendurch noch kurz eingesungen, um meine Stimme klangvoll zu machen). Das i-Tüpfelchen setzte dann der gute  Norweger darauf, der vor allen erklärte, daß er bei der Übergabe der Kasse an mich ein gutes Gefühl haben würde.

Ich verließ um kurz nach eins, nach dem Mittagessen sowie nach herzlichen Verabschiedungen, das Hotel und schlug mich unter Zeitdruck per U-Bahn und zu Fuß durch die fremde Großstadt, erwischte zum Glück gerade pünktlich meinen Flughafen-Transferbus und mein Flugzeug nach Hause, wo ich hauptsächlich etwas Schlaf nachholte. Während der Busfahrt vom deutschen Flughafen nach Hause rief dann die Präsidentin an: Alles sei wie geplant verlaufen, meine Wahl einstimmig, der Norweger als Beisitzer weiterhin im Vorstand und auch sonst ein hervorragend besetztes Team beisammen. Sie gratuliere mir, sei nun aber doch etwas müde – in ihrem Alter sollte sie nicht mehr halbe Nächte mit jungen Männern Rotwein trinken… Ich widersprach ihr natürlich.

Auch ich bin müde, und werde es auch ersteinmal bleiben, denn morgen in aller Frühe mache ich mich auf den Weg nach Potsdam zu einer Fachtagung. Aber ich tue es im Hochgefühl eines glücklichen und zukunftsträchtigen Erfolges:

Ich siegte.

Wegroute

9. Oktober 2008

Literatur und Musik sind die Dinge, mit denen ich mich am liebsten beschäftige. Aber mein Leben hat auch weniger strahlende Seiten, die zu jenem Licht den manchmal doch wohltuenden Schatten spenden.

Ich bin diplomierter Jurist mit Berufserfahrung im Staatsdienst und außerdem willens, mich als Zoon Politicon für das Gemeinwesen einzusetzen. Da mich unter den politischen Parteien keine so stark anzieht, daß ich ihr meine Kraft widmen würde, habe ich mich für das Tätigkeitsfeld der Berufsverbände entschieden.

Und das beinhaltet eben manchmal auch Reiseplanung.

Ich bin für heute Abend zu der Vorstandssitzung eines europäischen Dachverbandes eingeladen, als Fachmann für vereinsrechtliche Fragen. Morgen findet eine Informationsveranstaltung für die Teilnehmer der Mitgliederversammlung statt, bei der ich ebenfalls als Berater zugegen sein und mich außerdem den Delegierten vorstellen werde. Nachmittags wird nämlich in der Versammlung der Vorstand für die nächsten vier Jahre gewählt – und nach dem Willen der Präsidentin, die mich vor zwei Wochen deswegen anrief, soll ich eine Position im inneren Vorstand übernehmen.

Der scheidende Inhaber mag mich eventuell empfohlen haben, da wir in der Regionalgruppe des deutschen Verbandes hier an meinem Wohnort mehrere Jahre zusammen Seminare für die Kolleginnen und Kollegen organisiert haben. Allerdings bin ich unabhängig davon schon seit dem letzten Jahr auf europäischer Ebene (in einer unbedeutenden Funktion) präsent, und davor war ich in vielfältiger Weise an der Arbeit des deutschen Verbandes beteiligt.

Ein schöner, steil nordwärts gerichteter Reiseweg, wie ich finde…Hoffentlich geht morgen alles gut. Denn in dem Schauspiel, das da gegeben wird, gibt es neben der präsidialen Gönnerin, dem wohlwollenden alten Kameraden und dem strahlenden jungen Heldenbariton auch finstere Gestalten (ich überzeichne aus literarischen Gründen!), wie etwa den spitzstiftigen Vizepräsidenten und einen verunsicherten, allzu deutschen Wahlleiter, die beide die Satzungsbestimmungen fehlinterpretieren (das ist aus meiner Sicht vollkommen klar!), ihre Sicht der Dinge aber mit dem Brustton der Überzeugung verkünden und wohl daran festhalten wollen. Die beiden könnten mit ihren Nachfragen sowohl im Vorstand als auch in der Mitgliederversammlung für Verwirrung sorgen und meine Wahl verhindern, ist doch der Chor der Delegierten juristisch völlig unbeleckt. Das Ende ist offen, wir werden es morgen Abend kennen.

Nicht viel weniger abenteuerlich ist die An- und Abreise. Ich werde nach dem Mittagessen die S-Bahn Richtung Innenstadt besteigen, dort den Airport-Transferbus nehmen, nordwärts nach Skandinavien fliegen, vom dortigen Flughafen wieder per Bus in die Hauptstadt fahren und hoffentlich vom zentralen Busbahnhof abgeholt werden, um zu dem in einem Vorort gelegenen Hotel zu kommen. Morgen Abend geht der gesamte Weg dann retour, denn am Samstag bin ich in Potsdam und unterstütze meine Arbeitgeberin bei der Präsentation ihrer Gesangsgruppenkurse, von denen wir gestern sprachen.

So, das Essen ist fertig. Gleich muß ich weg von hier.

So wie ich gerade muß sich ein junger Opernsänger fühlen, wenn er sich kurz vor seinem ersten Bühnenauftritt an einem kleinen Theater in der Garderobe schminkt, das Kostüm zurechtzupft und vielleicht noch einige nervöse Blicke in seine Partie wirft.

Als ich heute spät von einer Teambesprechung für einen Gesangskurs kam, der nächste Woche beginnen wird, fand ich in meinem Briefkasten ein Päckchen meines Verlages: Der Probedruck des Buchblocks für meine erste Lyrik-Anthologie, mit der Bitte um Druckfreigabe!

Noch sind die Seiten lose, der Einband wird aufgrund meiner Rückmeldungen noch nachgebessert. Aber ich sehe die Seiten im richtigen Zuschnitt, das Papier und die Schrift in der Qualität, wie sie später aus den Digitaldruckmaschinen kommen wird, vor allem auch die Porträtphotos aller Mitautoren.

Das Papier, über das ich genießerisch mit den Fingerkuppen fahre, ist gut. Es hat mit 90 g/qm genau die richtigen Stärke, damit die Gedichte nicht auf der Rückseite durchscheinen. Das ist wichtig, weil bei kurzen Gedichten viel Platz auf der Seite weiß bleibt, und auf der andere Seite des Blattes ein längeres stehen kann.

Die Schrift ist schön und seriös: Garamond, die Schrift der Reclam-Bände. In der Größe 10,5 Punkt ist sie hier etwas zu fein und leicht, aber das kann man hinnehmen, Lyrik darf schließlich schweben.

Nur mit den Photos bin ich unzufrieden. Die Graustufen sind hier viel gröber und insgesamt dunkler als die Probedrucke der pdf-Datei aus meinem eigenen Drucker. Sollten die dort einen anderen Farbraum verwenden? Jedenfalls geht das so nicht, ich muß wohl einmal mit der Grafikerin direkt sprechen, was da mit Bildbearbeitungsprogrammen noch herausgeholt werden kann.

Von solchen Kleinigkeiten abgesehen: Das Buch nimmt Form an, meine Idee wird Wirklichkeit, die häufig geäußerte Vorfreude meiner sieben Mitautoren wird bald auf den Moment hin kulminieren, in dem sie ihre Autorenexemplare auspacken und ihren Namen im Register finden. Die meisten sind begeisterungsfähige Debütanten, wie ich.

Wie schön, eine wesentliche Erfahrung zum ersten Mal im Leben zu machen…und seine Träume in wirklicher Gestalt mit den Fingern betasten zu können.

Für alle Internetsüchtigen unter den Bloggern hier das längste Werk der Sammlung, das ich selbst beigesteuert habe:

~

Web-Zapping

Nach einem langen Tag am Arbeitsplatz
Wirfst du ‘ne Pizza in die Mikrowelle,
Machst den PC an, deinen liebsten Schatz,
Läßt hinter dir die trübe Tageshelle.

Im Internet gibt’s täglich vieles zu entdecken:
Als erstes mußt du deine neuen E-Mails checken,
Bei deiner Bank schnell eine Überweisung buchen;
Dann gehst du reichlich eine Viertelstunde shoppen
(Schließt grummelnd bunte Fenster, die von selbst aufpoppen),
Du läßt die Flirtpage dir ein heißes Mädchen suchen…

Du siehst kurz auf – das riecht ja wie verbrannt?!
Dein Magen knurrt. Ist wohl der Herd die Quelle?
Hat ihn zu hoch gedreht die rasche Hand? –
Und rührst dich endlich doch nicht von der Stelle.

Du findest heute keine schöne Frau zum Chatten
Und gehst im Browsergame denn einen Newbie atten,
Dann doch noch einen Gratis-Teeny-Trailer gucken,
Entspannt auf deinem Hobbyboard ‘nen Thread beposten,
Im Online-Shooter schleimiggrüne Monster toasten,
Bis auf dem Bildschirm vor dir helle Blitze zucken…

Beim ersten Morgenrötestreif
Empfängt dich dann das Real Life
Im Bett mit einem Gähnen.
Die Haut scheint bleich,
Das Hirn brummt weich –
Und deine Augen tränen.

~

Mein Nam‘ und Art

7. Oktober 2008

„Nie sollst Du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam‘ und Art!“ (Wagner, Lohengrin)

Damit ich während meiner Fahrten im Internet wirklich frei äußern kann, was ich denke und fühle, verberge ich meinen wirklichen Namen hinter einem Pseudonym. Ich nehme beruflich und im ehrenamtlichen Bereich verschiedene Positionen ein, in denen es nachteilig wäre, wenn meine Ansichten über gewisse Dinge bekannt wären oder man meine manchmal doch sehr persönlichen Gedichte meiner realen Person zuordnen könnte.

So habe ich denn das Pseudonym Sigmar Erics erfunden, und ich darf sagen: Der Name selbst ist ein Miniatur-Kunstwerk. Ich bin stolz darauf und möchte gern davon erzählen, was es beinhaltet. Außerdem ist die Denkart, die sich darin ausdrückt, charakteristisch und trägt daher zu meiner Vorstellung bei, die ja unbedingt in das erste Monatsheft meines öffentlichen Tagebuches gehört.

Sigmar vertritt meinen realen Vornamen. Dieser ist griechischer Herkunft und beginnt mit dem Buchstaben ‚S‘. ‚S‘ heißt im griechischen Alphabet ’sigma‘. Der alte germanische Vorname Sigmar klingt bei dem heute üblichen vokalisierten ‚r‘ am Wortende fast ebenso, ist also ein Homonym.

Erics ist ein Palindrom, ein Wort, das sowohl vorwärts als auch rückwärts gelesen werden kann. Die zweite Wortbedeutung ist ’scire‘, was auf Lateinisch ‚wissen‘ bedeutet. Mein Leben ist stark geprägt von einem selbst auferlegten Generalstudium, einem lebenslangen Lernen ohne Beschränkung auf ein einzelnes Fachgebiet. Dieses Generalstudium habe ich SCIRE genannt, im Sinne eines Akronyms, d. h. eines Begriffs, der aus den Anfangsbuchstaben mehrerer anderer Wörter gebildet ist. SCIRE bedeutet aufgelöst ‚studiis continenter inservire rerum elegantium‘, zu deutsch: die ‚beständige Hingabe an das Studium der feinen Dinge‘. Das ist mein Programm, und es kann nach meinem Dafürhalten niemals langweilig werden, da es so viele schöne und interessante Dinge in dieser Welt gibt.

Zumindest für meinen Geschmack gehört auch eine Namensschöpfung wie Sigmar Erics dazu. Bitte seht mir meinen Stolz nach, ich bin eben ein Mensch mit vielen persönlichen Schwächen und oft eigenartigen Gedankengängen.

Überstanden! Mein erster Gedanke nach dem heutigen Studentenkonzert war Erleichterung und eine tiefe Müdigkeit und Leere. Wir hatten ein ganzes Semester lang die Abgründe der Liedkomposition im 20. Jahrhundert erforscht und am Abschlußabend die ganze Palette angeboten: Wiener Schule, neues amerikanisches Lied,  Reimann, Stockhausen, Cage, zur Versöhnung am Ende ein Spätwerk von Mahler (ein Stück aus dem „Lied von der Erde“).

Ich selber quälte mich durch ein Lied von Webern, das natürlich ausschließlich aus Dissonanzen bestand. Es ist gleich, ob ich solche Musik höre oder singe: Ich verspanne mich innerlich und kann meine Stimme nicht mehr entfalten. Wie praktisch, daß die Dynamik des Stückes zwischen mezzopiano und pianississimo schwankte…

Mich selber innerlich auslachen mußte ich bei einem Werk nach Cage. Man muß schon sagen „nach Cage“ und nicht „von Cage“, da er für dieses „Solo for Voice“ aus den „Songbooks“ quasi nur eine Bastelanleitung bereitstellt, der gemäß die Ausführenden selbst ihre Partitur herstellen, mit zahlreichen Zufallselementen. Das Ergebnis war dann ein Ensemblestück, in welchem nach einer zufallsgenerierten Partitur auf willkürlich (und natürlich ohne Koordination mit den Mitsängern) festgelegten Vokalen und Konsonanten  improvisierte Töne gesungen wurden. Auch wurden dann und wann Geräuscheffekte eingemischt (z. B. Pferdeschnauben oder auf „s“ entweichende Luft). Nur die Zeitleiste wurde auf die Sekunde genau befolgt. Dieses Ereignis war gewiß lustig anzuhören und gab uns das Gefühl von Freiheit und fehlender Komponistenautorität. Natürlich hat das pädagogisch ein großen Nutzen und philosophisch eine gewisse Aussagekraft. Vom Musikalischen her fehlt mir bei solchen Dingen eindeutig die gestaltende und anordnende Kraft eines phantasiebegabten Geistes, die eine eigentliche Komposition ausmacht; ja, ich wage sogar zu sagen: welche eine Bedingung für ein wirkliches, ernstzunehmendes Kunstwerk ist.

Wirklich genossen habe ich nur den halben „Tierkreis“-Zyklus von Stockhausen. Dort beschreibt sich jedes Sternzeichen selbst mit einem astrologisch fundierten Text auf einer charakteristischen Melodie. Wir hatten im Seminar glücklicherweise Sänger, deren Sternzeichen gerade einen halben, zusammenhängenden Ausschnitt aus dem Tierkreis darstellten. Ich selber gab den Skorpion: „Wasser im Sturm. Mars, Pluto. Kämpfer stark. Zerstörende Gewalt, unermeßlich tief. Brennt, beißt, sticht – jagt, sucht den Kern aller Dinge. Selbstüberwindung als Sieger.“ Doch, dieses Stück hat mir etwas gesagt, und die Melodie war auch sofort nachfühlbar.

Ansonsten gab es bei mir mehrmals Kopfschmerzalarm.

Außer den aktiven Studenten und den beiden Seminarleitern waren sieben Zuhörer gekommen, davon zwei Lehrkräfte vom Kon und zwei Ehegatten. Neue Musik hat selbstverständlich ihre Reize, denen selbst ich konservativer Knochen mich nicht gänzlich entziehen konnte. Aber den meisten Menschen scheint doch andere Musik Freude zu machen. Man könnte jetzt die Gründe hinterfragen, darüber philosophieren, wie es idealerweise sein sollte; ich für meinen Teil ziehe es vor, diese Tatsache einfach hinzunehmen und mich weiterhin auf Schubertlieder, Mozartopern und Bachkantaten einzuschießen. Davon haben erfahrungsgemäß alle Beteiligten einfach mehr.

Avantgarde dürfen gerne andere spielen.

Es ist vollbracht: Die letzten Korrekturen am Cover meiner ersten Anthologie, von der ich am 1. Oktober schrieb, habe ich gerade an den Verlag abgeschickt. In wenigen Wochen werde ich das Referenzexemplar in den Händen halten; Zeit, die Arbeit an dem schon erwähnten zweiten Buch aufzunehmen.

Wie das erste ist es (im Wesentlichen) ein Gedichtband. Allerdings sammle ich dieses Mal nicht Texte verschiedener Autoren, sondern das Beste von mir aus den zurückliegenden acht Jahrgängen (2000 bis 2007). Aus 270 Gedichten habe ich 45 ausgewählt, die ich für die Gelungensten halte. Hinzu kommt noch ein episches Werk über Auschwitz-Birkenau, illustriert mit schwarz-weißen Photographien, die ich auf der Gedenkstätte angefertigt habe. Um nicht einseitig zu wirken, habe ich noch drei meiner 20 Kurzgeschichten und einen Essay über Alte Musik beigegeben.

Da dem Leser somit eine repräsentative Auslese aus meinen literarischen Jugendwerken geboten wird, „Anthologie“ außerdem wörtlich „Blütenlese“ bedeutet, habe ich mein Buch „Jugendblütenlese“ genannt.

Eines der besseren Gedichte daraus verwendet auch den Garten als Metapher. Es war übrigens das erste Opusculum, das ich im Oktober 2007 im Internet veröffentlicht habe

~

Mein Garten

Schier unermeßlich ist der Garten meiner Träume,
Und doch durchquer ich ihn mit einem Schritt.
Ich überblick ihn gänzlich, wenn ich Pegasum aufzäume,
Und seh doch neue Haine stehn auf jedem Ritt.

Die zarten Büsche wie die stämmig festen Bäume,
Sie trotzten allen Stürmen, die ich litt.
Doch nehm ich ohne Mühe, der ich nirgends lange säume,
Auf jeder Wanderung den ganzen Garten mit.

Ja, seine dichten Hage pflegen macht mich stolz.
Ein Wunder ist er, und selbst mir nicht zu ergründen,
Und dennoch ist er mir alleine ganz zu Willen.

Hier kann ich Blätter lesen, hübsche Blüten finden,
Die brennende Begierde meiner Augen stillen.
Was will ich denn an Lebensglück noch mehr?

Und doch – ist hohl das Holz,
Der Garten menschenleer.

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Mehr von mir ist übrigens in den Foren „DieLyriker.de“ und „Gedichte.com“ zu finden, die auf der Leiste rechts verlinkt sind.

Szenisches

4. Oktober 2008

Warum eigentlich bin ich immer dann erkältet, wenn ein wichtiger Gesangsauftritt ansteht? Meine Nase ist zur Hälfte dicht, meine Ohren zu einem Viertel. Naja, solange die Stimmlippen nicht geschwollen sind und gut schließen…

Heute Abend nehme ich an einem schönen Konzert teil, das hauptsächlich von fortgeschrittenen Schülern einer hervorragenden privaten Musikschule bestritten wird. Da dort aber vorwiegend Soprane singen, flankiert von wenigen Alti und vereinzelten Tenören, hat man meinen Bariton als Ergänzung hinzugekauft. Es gibt eben viele wunderbare Duette für Sopran und Bariton, auf die man bei solch einer Gelegenheit nicht wirklich verzichten kann.

Es wird z. B. viel Mozart geben. Ich singe Don Giovanni (der draufgängerisch die naive Zerlina verführt) und Figaro (der heimwerkermäßig-pantoffelheldisch das Zimmer für das neue Ehebett vermißt, während seine Verlobte Beachtung einfordert), außerdem Don Alfonso, den einsamen alten Philosophen, der zwei junge Pärchen mit seinen Intrigen an der Nase herumführt… C’est la vie.

Unterhaltsam ist auch der Streit von Annie und Frank aus dem Musical „Annie Get Your Gun“ von Irving Berlin. „Anything you can do I can do better“ lautet die erste Zeile und das Programm des Stückes, in dem Zicke und Streithammel darum wetteifern, sich gegenseitig zu übertreffen (im hoch Singen, im leise Singen, im Ton Aushalten, im schnell Sprechen, im süßlich Singen, im Angeben). Es ist klar, daß sie sich am Ende des Musicals kriegen werden.

Das schwierigste Stück heute Abend wird aber das Schmugglerquintett aus Bizets „Carmen“ sein. In dieser Szene tritt der Chef einer Schmugglerbande (ich) mit einem Kumpanen (der Tenor) an Carmen und zwei ihrer Freundinnen heran und will sie für ein krummes Ding gewinnen. Da kommen nun alle sängerischen Herausforderungen zusammen: hoch und laut, hoch und leise, leise und schnell, schnell und deutlich gesprochen. Außerdem ist das Stück etwas länglich und gelingt nur bei lebendigem Schauspiel. Wir werden unser Bestes tun.

Und ich gieße mir jetzt einen Tee auf und gurgele mit Salzwasser.

Über mir

3. Oktober 2008

Nein, ich habe nie in Berlin gelebt, obwohl meine Vorfahren in der Stammlinie (das sind diejenigen Ahnen, von denen ich meinen Familiennamen geerbt habe) in Berlin und Brandenburg ansässig waren.

Trotzdem schreibe ich „Über mir“ und nicht „Über mich“, zum einen, weil ich Individualist bin, zum anderen, weil ich gerne mit Worten spiele, und zum dritten, weil ich letztlich sagen will: Über mir wölbt sich nur der blaue Himmel.

Ich weiß, daß viele vieles besser können als ich, und ich lerne gerne von ihnen. Ich weiß, daß manche manchmal Entscheidungen treffen, von denen ich betroffen bin. Ich akzeptiere sie, solange sie gerecht sind. Und es gibt einige Menschen, denen ich begegnet bin, die mir ehrlichen Respekt abnötigen.

Im Ganzen gesehen erkenne ich aber über mir niemanden an. Ich bin ein freier Mann, und ich gestalte mein Leben aktiv und zielbewußt.

Ich übe einen Beruf aus, in welchem sachliche Unabhängigkeit gesetzlich garantiert ist und ich selbst Entscheidungen treffe, mit denen andere dann leben müssen. Mir redet niemand hinein. Zugleich halte ich eine sichere Stellung auf Lebenszeit oder wie lange auch immer ich es will.

Vorrangig aber studiere ich Musik in verschiedenen Fachrichtungen, die mir alle ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit lassen.

Ich mache eine Gesangsausbildung an einem Konservatorium. Dort und in meinen literarischen Nebenstunden genieße ich künstlerische Freiheit im Umgang mit den schönen Dingen des Lebens.

Ich werde zum Musiklehrer ausgebildet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Gesangsunterricht, eine wunderbare Beschäftigung für jemanden, der schöne Töne liebt und solche gern aus anderen Menschen hervorholt.

Ich baue ab diesem Semester auch die musikwissenschaftliche Perspektive unter professoraler Anleitung aus. Musik gibt mir zwar die Freiheit, mich als Hörer darin fallen zu lassen oder als Sänger damit zu verschmelzen. Aber ich denke auch mit großem Vergnügen nach, am liebsten über Dinge, die mir wichtig sind. Wichtig sind uns aber natürlicherweise, was starke Gefühle in uns erregt. So geht es mir mit der Musik.

Das klingt nun alles sehr selbstbezogen. Aber mein Ethos befiehlt mir auch, mich in Arbeiten zum Wohl der Gemeinschaft einzubringen. Da mich aber die politischen Parteien alle nicht so recht überzeugen können, habe ich mich für das Tätigkeitsfeld der Berufsverbände entschieden. Schon während meines juristischen Fachhochschulstudiums war ich in mehreren Verbänden engagiert und habe es dort bis zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gebracht. Nachdem ich den Kurswechsel in das gelobte Land der Musik eingeleitet habe, bin ich zum Berufsverband meiner zukünftigen Kollegen übergelaufen. Daraus sind mir schöne Aufgaben und Erlebnisse zuteil geworden, und ich glaube, daß meine Arbeit auch zum Glück anderer ein klein wenig beigetragen hat.

So ist mein Leben zur Zeit sehr voll, aber noch sind die Wellen nicht über mir zusammengeschlagen. Es kommt vor, daß ich ins Schwimmen komme, meistens aber steuere ich mein Lebensschiff sicher durch den Ozean der Welt.

Und über mir wölbt sich der blaue Himmel.

Bach in h-Moll

2. Oktober 2008

Nicht zufällig ist die Musik von Johann Sebastian Bach für mich die Krone der kompositorischen Schöpfung. Ich bin in meiner Gesangsausbildung noch nicht weit genug gekommen, um Bach solistisch zu singen; aber als Teil eines Chores die großen Werke des Meisters buchstäblich im eigenen Leib zu erleben, ist auch bereits eine große Freude.

Dazu muß man wissen, daß die Chorpartien Bachs kaum weniger stimmtechnische Anforderungen stellen als die Soloarien. Es kommen sogar, vielleicht vom Sopran abgesehen, noch mehr irrsinnige, nur durch die ausgefeilte Harmonik zu begründende Sprünge darin vor als in den melodiöser angelegten Ariengesängen.

Nachdem ich nun die Matthäus- und die Johannespassion, einige der über 200 Kantaten sowie fünf der herrlichen Motetten je einmal und das Weihnachtsoratorium fünfmal gesungen habe (davon einmal alle sechs Kantaten an einem Abend!), kommt heute die h-Moll-Messe auf meine Meritenliste. Einer meiner Lehrer am Konservatorium berichtete mir einmal von einem geflügelten Wort: Die Passionen Bachs seien die musikalische Zusammenfassung der Kantaten, die h-Moll-Messe aber die Zusammenfassung der Passionen. Ein kundiger Chorbruder wandte hiergegen ein, die Passionen seien doch eher dramatisch geprägt und der Chor in den Turbae in einer bestimmten Rolle innerhalb der fortlaufenden Handlung (Jünger, Schriftgelehrte, Volk etc.), während in der Messe nur Betrachtungen und Glaubenssätze gesungen werden. Das stimmt. Trotzdem kommen alle Affekte, die in den Passionen vertont werden, auch in der Messe vor, wenn auch mit anderer Gewichtung, denn natürlich gibt es hier mehr Jubel und dort mehr Zorn und Trauer. Vorhanden ist aber alles. Davon abgesehen ging es bei dem zitierten Lehrmodell ja auch um die kompositorische Kunstfertigkeit – und da ist die h-Moll-Messe tatsächlich eine Art Zusammenfassung, z.B. hinsichtlich der Stile. Einige Sätze stehen im zu Bachs Zeit modernen Stil, mit viel Koloratur, Sprüngen, differenzierter Harmonik. Viele Stücke nähern sich aber der Schreibart der Renaissance und des Frühbarock an, mit langen Notenwerten und sanglichen Linien – dies trifft vor allem auf die zentralen Bekenntnissätze des alten lateinischen Credo zu („Credo in unum Deum“ und „Confiteor unum baptisma“). Schließlich schreibt Bach im leichten, galanten Stil, der zu seiner Zeit allmählich in Mode kam und bald den komplizierten modernen Stil verdrängen sollte. Bach hat auch diesen eingängigen Stil beherrscht und kunstvoll gestaltet. Er war nicht der trockene Theoretiker, als den ihn manche darstellen, er war Vollblutmusiker, bei aller verstandesmäßigen Genialität doch bewegt von dem zarten Empfinden für die passenden Mittel und Farben, bei aller Kenntnis der Alten Meister doch immer offen für Neues.

Mit Bach, das Wortspiel sei gestattet, kann sich keiner messen.

Endlich ist es soweit: Meine große Leidenschaft für das Wort, dieses unkörperliche Etwas, das dennoch Gedanken, Gefühle, Träume, Macht und Schönheit in sich tragen kann, bringt in diesen Wochen Früchte, die sich mit Händen greifen lassen.

Gestern habe ich ein Buchmanuskript bei meinem Verlag abgeliefert; nicht etwa als Blindbewerbung: Schon vor einigen Wochen hatte ich mit meiner freundlichen Lektorin vereinbart, dass der Titel ins Programm aufgenommen wird. Nun sitze ich am zweiten Buch, dem ebenfalls schon eine ISBN zugeteilt und ein Cover maßgeschneidert wurde.

Der zuerst genannte Band, „Junger Wein“, ist eine Lyrik-Anthologie, die ich herausgebe. Sieben Mitdichter und ich haben insgesamt 42 Gedichte zusammengetragen (wohlgemerkt: 42!) und zu jedem Text einen Kommentar geschrieben. Das Besondere ist, daß die Gedichte mehr oder weniger streng traditionellen Formen entsprechen, wie z. B. Sonett, Strophenform, Ghasel, Tanka u. v. a. Die Themen und Bilder stammen aber aus der Jetztzeit: Medien, Umweltverschmutzung, Politik, Straßenverkehr etc., wobei aber die zeitlosen Themen Liebe, Gewalt und Lebenssinn auch nicht zu kurz kommen.

Kurz und gut: Junge Leute haben sich in einer alten Kunst versucht und neue Gedanken in alte Formen gebracht, jungen Wein in gute alte Schläuche gegossen.

Wir sind nach den letzten Wochen des Korrekturlesens und Überarbeitens natürlich ein wenig müde, aber stolz und froh, etwas geschafft zu haben.

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Öltanka

Flüssiges trägst du,
weniger dicht als Wasser,
über das Meer hin.

Taucht die Brücke darunter,
löscht schwarze Ladung Leben.

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Hinter dem Mond hervor!

1. Oktober 2008

Sigmar ist jemand, der Altes mag: Alte Musik, klassische Lyrik, alte Weine.

Aber die Wirklichkeit der heutigen Zeit fordert jeden jungen Menschen immer wieder zum Tanz auf, bis er sich endlich einläßt auf Dinge wie Handy, E-Mail, Internetboards und schließlich – Blogs.

Ich bin sehr gespannt, wie dieses Medium meinen Erfahrungsschatz bereichern wird. Handy, E-Mail und Foren haben mein Leben jedenfalls erheblich verändert, als ich sie nach und nach in meinem Leben eingeführt habe.

Wir werden es sehen.