Über mir

3. Oktober 2008

Nein, ich habe nie in Berlin gelebt, obwohl meine Vorfahren in der Stammlinie (das sind diejenigen Ahnen, von denen ich meinen Familiennamen geerbt habe) in Berlin und Brandenburg ansässig waren.

Trotzdem schreibe ich „Über mir“ und nicht „Über mich“, zum einen, weil ich Individualist bin, zum anderen, weil ich gerne mit Worten spiele, und zum dritten, weil ich letztlich sagen will: Über mir wölbt sich nur der blaue Himmel.

Ich weiß, daß viele vieles besser können als ich, und ich lerne gerne von ihnen. Ich weiß, daß manche manchmal Entscheidungen treffen, von denen ich betroffen bin. Ich akzeptiere sie, solange sie gerecht sind. Und es gibt einige Menschen, denen ich begegnet bin, die mir ehrlichen Respekt abnötigen.

Im Ganzen gesehen erkenne ich aber über mir niemanden an. Ich bin ein freier Mann, und ich gestalte mein Leben aktiv und zielbewußt.

Ich übe einen Beruf aus, in welchem sachliche Unabhängigkeit gesetzlich garantiert ist und ich selbst Entscheidungen treffe, mit denen andere dann leben müssen. Mir redet niemand hinein. Zugleich halte ich eine sichere Stellung auf Lebenszeit oder wie lange auch immer ich es will.

Vorrangig aber studiere ich Musik in verschiedenen Fachrichtungen, die mir alle ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit lassen.

Ich mache eine Gesangsausbildung an einem Konservatorium. Dort und in meinen literarischen Nebenstunden genieße ich künstlerische Freiheit im Umgang mit den schönen Dingen des Lebens.

Ich werde zum Musiklehrer ausgebildet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Gesangsunterricht, eine wunderbare Beschäftigung für jemanden, der schöne Töne liebt und solche gern aus anderen Menschen hervorholt.

Ich baue ab diesem Semester auch die musikwissenschaftliche Perspektive unter professoraler Anleitung aus. Musik gibt mir zwar die Freiheit, mich als Hörer darin fallen zu lassen oder als Sänger damit zu verschmelzen. Aber ich denke auch mit großem Vergnügen nach, am liebsten über Dinge, die mir wichtig sind. Wichtig sind uns aber natürlicherweise, was starke Gefühle in uns erregt. So geht es mir mit der Musik.

Das klingt nun alles sehr selbstbezogen. Aber mein Ethos befiehlt mir auch, mich in Arbeiten zum Wohl der Gemeinschaft einzubringen. Da mich aber die politischen Parteien alle nicht so recht überzeugen können, habe ich mich für das Tätigkeitsfeld der Berufsverbände entschieden. Schon während meines juristischen Fachhochschulstudiums war ich in mehreren Verbänden engagiert und habe es dort bis zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gebracht. Nachdem ich den Kurswechsel in das gelobte Land der Musik eingeleitet habe, bin ich zum Berufsverband meiner zukünftigen Kollegen übergelaufen. Daraus sind mir schöne Aufgaben und Erlebnisse zuteil geworden, und ich glaube, daß meine Arbeit auch zum Glück anderer ein klein wenig beigetragen hat.

So ist mein Leben zur Zeit sehr voll, aber noch sind die Wellen nicht über mir zusammengeschlagen. Es kommt vor, daß ich ins Schwimmen komme, meistens aber steuere ich mein Lebensschiff sicher durch den Ozean der Welt.

Und über mir wölbt sich der blaue Himmel.

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